Solange es Zinsen gibt, wird das Geld immer dahin fließen, wo schon genügend Geld ist.
Nein, Eigentum ist kein Diebstahl! Aber wieviel läuft in diesem Staat eigentlich schief, wenn der Bundesnachrichtendienst mit denselben Methoden arbeiten muss wie Gangster. Es muss schon einiges mehr sein, als die Steueraffäre der letzten Tage, die der Bundesnachrichtendienst durch einen Deal mit einem Kriminellen, der gestohlene Informationen über Steuersünder für viel Geld an unsere Regierung verkaufte, aufgedeckt hat. Auf Sizilien hat die Mafia schon immer das Sagen. Leben auch wir in einem Staat, in dem nur die Dealer erfolgreich sind, die sich gegenseitig Arbeit und viel Kapital zuschieben? Oder wird die ganze Welt mittlerweile von der Mafia beherrscht – die aus dem von der arbeitenden Bevölkerung erwirtschafteten Bruttoinlandsprodukt durch die Anlage dieses Kapitals in Steueroasen noch mehr Kapital macht und dann durch Spekulationsgeschäfte auch noch mit Geld arbeitet, das überhaupt nicht vorhanden ist, unser Bruttoinlandsprodukt verzockt – während viele von denen, die das Bruttoinlandsprodukt erwirtschaftet haben, am Limit leben?
Wenn dies so sein sollte und es hat den Anschein, dass es so ist, haben längst mafiöse Strukturen die sogenannte soziale Marktwirtschaft abgelöst und die Ereignisse der aktuellen Steueraffäre sind nur die Spitze eines Eisberges. Aber solange unsere Eliten nicht einsehen wollen, dass das keynesianische Selbstverständnis, wonach die Ökonomie der Ursprung aller Dinge ist, längst ausgedient hat, wird sich an den Kräfteverhältnissen nicht viel ändern. Das Prinzip ist einfach: Es gibt Reichtum, weil es Armut gibt. Die gesamte Entwicklungsgeschichte seit der industriellen Revolution basiert auf dem Prinzip der Ausbeutung breiter Bevölkerungsschichten durch die Macht der Eliten. In anderen Formen gab es dieses Prinzip auch schon in der Kolonialzeit und der Feudalherrschaft. Es hat sich also nichts geändert!
Was unterscheidet uns vom Prinzip Darwins?
Während die Evolutionsgeschichte auf dem Prinzip der natürlichen Auslese basiert, in dem nur der Stärkere überlebt, muss dies noch lange nicht bedeuten, dass die Macht der Eliten auch gleichzeitig deren Stärke ist und diese Eliten mit dem Kapital, das zum größten Teil andere erwirtschaftet haben, deshalb machen können, was sie wollen. Auch durch die Rüstungsgeschäfte der Staaten wird Macht, die Eliten Stärke gibt und gleichzeitig Wirtschaftswachstum für die, die Waffen verkaufen, im Sinne des Prinzips, der Stärkere überlebt, aufrechterhalten.
In der besten Staatsform, der Demokratie, sollten die Stärken und Möglichkeiten aller Gruppen aber ausbalanciert sein. Die Evolutionstheorie Darwin belegt die Entstehung der Arten, solange diese nicht intelligent waren. Wir, als intelligente Wesen, sollten unseren Verstand eigentlich dafür einsetzen, dass die Eliten nicht immer wieder die Stärkeren sind. Aber die Eliten schieben sich weiter Arbeit und Kapital zu, um ihren Status quo zu erhalten, weil die anderen deren Produkte wollen.
Aber heute geht es um mehr. Es geht um unser Überleben auf diesem Planeten und die Verwirklichung einer humanistischen Gesellschaft, die unser Überleben auf diesem Planeten garantiert – sollten wir nicht nur ein Zufall der Natur sein. Der Planet braucht uns nicht, aber wir brauchen den Planet. Sollten wir uns zu der Entscheidung durchringen, dass zumindest die Möglichkeit besteht, dass wir eventuell kein Zufall der Natur sein könnten, deren Zivilisationen immer wieder untergegangen sind, geht es heute um die Verwirklichung des göttlichen Prinzips nicht nur als eine Showveranstaltung des Vatikans, dessen Motto das gleiche ist, wie das Freddy Mercury´s: „The Show must go on“.
Wie anfällig ist Demokratie?
Obschon wir in einer Demokratie leben, wo jeder selbst entscheiden kann, was am wichtigsten ist, könnte heute die Frage Alexis de Tocquilles, ob demokratische Staaten demokratisch bleiben oder in die Hände neuer korrupter Aristokraten der Marktwirtschaft geraten, neuen Aufschwung bekommen. Die Schuld an diesem System, so wie es heute ist, tragen wir alle. Die Globalisierung, die vielen Ländern einen wirtschaftlichen Aufschwung gebracht hat, ist einerseits der richtige Weg, aber andererseits hilft die Globalisierung wiederum nur den Eliten, weil die Globalisierung von diesen Eliten gestaltet wird. Jede Minute sterben tausende Kinder und das Leid in der Welt scheint sich eher durch die Teilhabe von Ländern der Dritten Welt an der freien Marktwirtschaft zu verstärken, weil auch dort Eliten breite Bevölkerungsschichten ausplündern. Bevölkerungsschichten, die nicht mehr als ihr nacktes Leben haben, werden einfach vertrieben und getötet.
Es bleibt allem Anschein nach so, wie es immer gewesen ist. Wir alle lassen uns ebenso betören von diversen Showveranstaltungen der Religionen, der politischen Klassen und von den noch viel subtileren Showveranstaltungen des Marketings von Produkten. Und genau davon leben die Eliten sehr gut, während andere deswegen sterben. Wenn alles so bleibt und die Menschheit ihre humanistischen Ideale nicht verwirklichen kann, werden wir in Kürze nur eine Spielart der Natur gewesen sein. Spätestens dann, wenn sich das Kapital in dem Maße monopolisiert hat, dass keine sinnvollen Produkte wie ausreichend Lebensmittel mehr hergestellt werden können, weil lukrativere Spekulationsobjekte höhere Renditen in Aussicht stellen.
Auch weil es bei den Spekulanten immer mehr Verlierer gibt, könnte der Schatz der zuletzt übrig gebliebenen Elite, die dann nur noch Katastrophenkapitalismus mit Rüstungsgütern betreiben kann, in einem gleißenden Pilz verpulvert werden. Und dann könnten wir wirklich nur ein Zufall in der Evolution gewesen sein. Es ist eben nicht so, dass die freie Marktwirtschaft alles regelt. Wie lange sollen wir uns diesen Blödsinn noch anhören und was können wir tun, um die zerstörerische Gier der Nimmersatten zu stoppen, die mangels Investitionsbereitschaft wegen niedriger Renditen, das Kapital lieber in Steueroasen stapelt und uns Jobs anbieten, die wie ein Schneeballsystem funktionieren. Es werden Millionen versprochen, wenn man eine bestimmte Software kauft, die als Geldmaschine bezeichnet wird und jeder mit dem Einsatz dieser Software angeblich reich werden kann. In Wirklichkeit geht es darum, möglichst viele neue Abnehmer für diese Software zu finden, die wiederum alle wieder noch mehr Käufer finden solen und den letzten beißen die Hunde.
Anfangen muss jeder bei sich selbst. Und jeder hat sowohl diese Gier nach immer mehr aber auch die Fähigkeit, das humanistische Ideal verwirklichen. Die Verwirklichung dieses humanistischen Ideals war auch das Anliegen Jesus. Das Prinzip der Verwirklichung dieses humanistischen Ideals ist so alt wie unsere Kultur. Der griechische Philosoph Platon hat insbesondere das Szenario des Marktgeschehens mit Handlungen auf einer Bühne verglichen, von denen das Publikum nur die Schatten sieht, die nicht die Wirklichkeit sind.
Die Schuld der Medien
Heute gibt es viel subtilere Methoden, uns auf ökonomische Kategorien zu reduzieren. Adorno erschien bereits 1952/53 in seinen Studien „Prolog zum Fernsehen“ und „Fernsehen als Ideologie“, das Fernsehen als geeignet, die gesamte sinnliche Welt zu erreichen und im Interesse der Kulturindustrie einzusetzen. „Dem Ziel, die gesamte sinnliche Welt in einem alle Organe erreichbaren Abbild noch einmal zu haben, dem traumlosen Traum, nähert man sich durchs Fernsehen und vermag zugleich ins Duplikat der Welt unauffällig einzuschmuggeln, was immer man der realen Welt für zuträglich hält. Die Lücke, welche der Privatexistenz vor der Kulturindustrie noch geblieben war … wird verstopft“. Adorno ist schon Anfang der 50er Jahre bewusst, dass ein Medium, das Millionen erreicht, als eine Stimme des objektiven Geistes gilt, auch wenn dieser nicht aus dem gesellschaftlichen Kräftespiel resultiert, sondern industriell geplant ist und an das Bewusste und Unbewusste anknüpft. Unsere wirklichen Abhängigkeiten und Bedürfnisse scheinen uns dabei so wenig bewusst zu sein, dass wir diese durch fremde Machtinteressen und Profitstreben ständig einschränken und vermarkten lassen. Halten das, was wir wahrnehmen, für die vollständige Realität?
Gleichzeitig leben wir in einer Zeit unterdrückter globaler existentieller Bedrohung, die gekennzeichnet ist, durch die zunehmende Gefahr von Kriegen, ökologischen Katastrophen, Entdemokratisierung und gesellschaftlicher Verdrängung. Ursachen dafür sind nach der Psychoanalyse zu finden in der Unbewusstheit des Einzelnen und des Kollektivs gegenüber der Verdrängung persönlicher Bedürfnisse. Unterdrücktes erzeugt Angst, die, wenn sie zu groß wird, zu gestörten zwischenmenschlichen Beziehungen führen kann, die sich in Hass und Gewalt entladen.
Jeder hat aber auch die Fähigkeit, zu denken und zu lieben. Will man sich beim Denken nicht im Kreis drehen, steht am Ende eines Gedankens immer die universelle Liebe. Am klarsten kommt der Ansatz der universellen Liebe im Buddhismus zum Vorschein, der in der Enthaltsamkeit das findet, wonach wir alle suchen: Das Glück! Wir können das Glück nicht wirklich in den verborgenen Milliarden versteckter Konten finden. Darum wollen die, die das Geld haben, ja auch immer mehr. Aber je mehr sie bekommen, desto unzufriedener werden sie und desto größer wird die Gier. Der Planet könnte die Menschheit um ein vielfaches ernähren und würde selbst keinen Schaden nehmen. Das, was momentan rund um den Erdball geschieht, ist zutiefst inhuman und böse und kann nur in einer Apokalypse ungeahnten Ausmaßes enden und die Evolution würde noch mehr oder weniger Evolutionsstufen brauchen, damit es so laufen würde, wie es richtig ist. Um nicht nur ein Zufall der Evolution gewesen zu sein, dazu noch ein böser Zufall, müssten wir uns ändern, damit wir zumindest ein guter Zufall der Natur waren und vielleicht sogar das göttliche Prinzip verwirklichen können. Dann würden wir kein Zufall sein und es würde auch weitergehen. Und zwar für immer!
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